Die Tunnel der Sauschwänzlebahn
Tunnel sind eine unerlässliche Hilfskonstruktion zur Führung vieler Bahnstrecken. Bereits die Ägypter und Römer wandten die Technik der Unterquerung für Straßen und Wasserwege an. Entscheidend für den Bau ist die beherrschbare Länge, denn mit der Tunnellänge kann sich der Druck stark verändern und unbekannte Bergschichten oder Wassereinbrüche können den Tunnelbau beeinträchtigen.
Die Tunnel der Sauschwänzlebahn unterscheiden sich in drei Kategorien:
Wasserscheide-Tunnel – unterquert eine Wasserscheide Sporntunnel – durchfährt eine Bergnase (Sporn) Steigungstunnel – lediglich zur Gewinnung an Höhe angelegt
Buchbergtunnel
Der zwischen 1887 und 1890 erbaute Buchbergtunnel hat eine Länge von 805 Metern und ist der einzige Tunnel der Strecke mit einem fast durchgehend geraden Verlauf. Unter braunem und weißem Juragestein wurde bei einer Gebirgsüberlagerung von ca. 50 Metern der Hauptkamm des Randengebirges durchstoßen und damit die Verbindung vom Aitrachtal zum Kommental hergestellt. Im Buchbergtunnel wird auch die Hauptwasserscheide zwischen Rhein und Donau – also zwischen dem Atlantik und dem Schwarzen Meer – unterquert.
Tunnelgattung: Wasserscheide-Tunnel
Länge: 805 m
Gebirgsüberlagerung: 50 m
Tunnel am Achdorfer Weg
Tunnelgattung: Sporntunnel
Länge: 540 m
Gebirgsüberlagerung: 50 m
Stockhalde-Kreiskehrtunnel
Im Gegensatz zu den anderen Tunneln der Sauschwänzlebahn wurde der Große Stockhalde-Kreiskehrtunnel zusammen mit dem Kleinen Tunnel in der Stockhalde zwischen 1887 und 1889 ausschließlich zur Gewinnung von Höhe angelegt. Im Inneren des Bergs wird bei einer Gebirgsüberlagerung von 60 Metern auf einer Länge von 1.700 Metern eine Höhe von 15,5 Metern gewonnen. In Fahrtrichtung Blumberg beschreibt die Tunnelröhre einen vollständigen Kreis von 360 Grad nach links mit 700 Metern Durchmesser. Diese Tunnelform wird deshalb auch als Schraub- und Spiraltunnel bezeichnet.
Der Große Stockhalde-Kreiskehrtunnel ist der einzige Tunnel dieser Bauart in Deutschland und zugleich der zweitgrößte in Europa. Er ist der einzige Spiraltunnel der Welt im Verlauf einer Mittelgebirgsbahn, da diese Tunnelform im Allgemeinen sonst nur im Hochgebirge zur Anwendung kommt.
Aus dem Vergleich einer solchen Spirale mit einem geringelten Schweineschwänzchen entstand auch der Name „Sauschwänzlebahn".
Tunnelgattung: Steigungs- und Kreiskehrtunnel
Länge: 1.700 m
Gebirgsüberlagerung: 60 m
Weiler Kehrtunnel
Tunnelgattung: Steigungstunnel
Länge: 1.205 m
Gebirgsüberlagerung: 170 m
Tunnel in der Kleinen Stockhalde
Tunnelgattung: Sporntunnel
Länge: 85,5 m
Gebirgsüberlagerung: 50 m
Grimmelshofer Tunnel
Tunnelgattung: Sporntunnel
Länge: 224 m
Gebirgsüberlagerung: 60 m
